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40 Jahre Nikwax - Pflegemittel & Naturschutz

Nikwax-Firmengründer Nick Brown
Foto: Nikwax

Keine Treibhausgase, keine PFCs, keine giftigen Chemikalien – wenn es um Nässeschutz, Umwelt und Gesundheit geht, macht Nikwax-Gründer Nick Brown keine Kompromisse. Und das seit über 40 Jahren.

Ohne diesen heftigen Dauerregen über Frankreich im Sommer 1976 wäre wohl alles anders gekommen. Nach dem Studiumsabschluss hatte Nick Brown sein Fahrrad bepackt, um von London an die Loire zu radeln. Doch drei Tage nach seiner Abreise fing es an zu schütten. »Ich radelte tapfer weiter, doch am Ende der Woche war ich krank und musste heimfahren.«

Ein Wink des Schicksals. Denn zurück in London erzählte Nick Brown einem Ladenbesitzer beiläufig von seinem selbst entwickelten Wachs für Bergstiefel, das vor Nässe schützt, aber das Leder nicht weich macht. Die Liebe zum Wandern hatte ihn schon als Jugendlichen nach Schottland geführt, wo er so oft nasse Füße bekam, dass er zu tüfteln begann – und das Wachs als 15-Jähriger erstmalig zusammenrührte, in einem Teekessel auf einem Primuskocher. Neugierig bestellte der Händler 70 Dosen.

Per Interrail auf Abnehmersuche

Das Wachs verkaufte sich gut, und so entschied er, sein Glück auf eigene Faust zu probieren. »Als Angestellter war ich schlichtweg nicht geeignet«, meint Brown. Doch Ideen zu entwickeln, zu experimentieren und das Ergebnis der eigenen Kreativität unmittelbar umsetzen zu können – das war und ist sein Ding.

Der erste große Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. 450 Dosen karrte der 22-Jährige mit einem Einkaufswagen 1977 durch den Norden Londons. Schmunzelnd nahm der Händler die Ware entgegen und bot das namenlose Produkt testweise in seinen Lä- den an. Ein Freund habe ihm dann vorgeschlagen, in Anlehnung an seinen Vornamen Nick das Wachs »Nikwax« zu nennen, erzählt Brown. Eine Weltmarke war geboren – und das Geschäft brummte. 100 Namen standen bereits im ersten Jahr auf der Kundenliste. Im zweiten Jahr tourte Brown mit einem Interrail-Ticket durch Europa, um weitere Abnehmer zu gewinnen. Heute ist Nikwax mit über 40 Reinigungs- und Imprägnierprodukten in über 50 Ländern vertreten.

Radikal innovativ und konsequent umweltbewusst lautet das Erfolgsrezept von Nikwax. Klimaerwärmende Treibhausgase, gesundheitsschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) und giftige Stoffe sind seit jeher tabu. Die Imprägniermittel sind wasserbasierend und bauen sich mit der Zeit vollkommen ab. Die Patentierung des wasserabweisenden und zugleich umweltfreundlichen Elastomers TX.10i bildete einen weiteren gro- ßen Meilenstein aus dem Hause Nikwax. Es ist der aktive Hauptbestandteil aller Nikwax-Produkte zur Imprägnierung von Schuhen und Textilien, und TX.Direct war das weltweit erste einwaschbare Imprägniermittel für die Anwendung zuhause in der Waschmaschine - mit voller Wirkung ohne Hitzeaktivierung. 1987 entwickelte Brown dann die umweltschonende Materialtechnologie Nikwax Analogy für Outdoorjacken und -hosen, die ganz ohne Membran vor Nässe schützt. Daraus entstand die Marke Páramo, die größtenteils in Kolumbien bei der Miquelina-Stiftung produziert. Ordensschwestern bieten dort Frauen eine Nähausbildung und die Möglichkeit, durch faire Arbeit aus der Prostitution zu kommen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Stiftung ist seit Anfang 2017 von der World Fair Trade Organization zertifiziert.

Foto: Nikwax Nikwax Imprägnierung
Nick Brown bei der Laborarbeit.

Auch heute noch steht der Chef an einem Nachmittag in der Woche im Labor. Nahezu jeder zehnte Mitarbeiter ist bei Nikwax im Bereich Forschung und Entwicklung tä- tig. Der jüngste Coup des Unternehmens: PFC-frei imprägnierte Daunen, die länger trocken und warm halten.

Nick Brown ist direkt, undiplomatisch und kompromisslos, wenn es um den Schutz der Umwelt geht. Offen kritisiert er die Eigeninteressen der Chemieindustrie, Greenwashing und irreführende Öko-Label. Als erste Studien zu den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von PFC veröffentlicht wurden, versuchte er diejenigen aufzurütteln, die nicht auf diese schädlichen Chemikalien verzichten wollten. Unternehmer zu sein bedeutet für Brown mehr, als nur den Gewinn zu optimieren. Es heißt, aktiv Verantwortung zu übernehmen.

Als erste Outdoor-Marke hat Nikwax den gesamten operativen CO2-Ausstoß seiner Firmengeschichte durch Schutz und Wiederaufforstung von Regenwald kompensiert. Systematisch reduziert das Unternehmen seinen ökologischen Fußabdruck durch konsequentes Umweltmanagement. »Die Marke Nikwax soll für mehr stehen als nur für eine Imprägniermittelmarke«, sagt Nick Brown. »Unsere Umweltverantwortung wird mir immer besonders am Herzen liegen.

Perfekt abgestimmt

Foto: Nikwax

Reinigen und imprägnieren – die Produkte von Nikwax verbessern möglichst umweltschonend die Funktion von Outdoorbekleidung, Schuhen und Ausrüstung. Bestseller ist das Duo Nikwax Tech Wash und Nikwax TX.Direct, das speziell für atmungsaktive, wasserdichte Stoffe entwickelt wurde. Beim Reinigen frischt es zugleich den wasserabweisenden Schutz von Jacken & Co. auf, sodass – je nach Verschmutzungsgrad – erst nach fünf bis zehn Waschgängen eine erneute Imprägnierung mit TX.Direct erforderlich ist. TX.Direct wurde mit dem »OutDoor Industry Award« prämiert und ist – wie sämtliche Produkte des britischen Unternehmens – frei von per- und polyfluorierten Karbonverbindungen (PFC).

Mehr über die Nikwax-Pflegeprodukte erfahrt ihr hier

Interview mit Firmengründer Nick Brown

Seit 40 Jahren fertigt Nikwax umweltfreundliche Pflege- und Imprägniermittel ohne schädliche PFC Chemie. outdoor hat mit Firmengründer und Inhaber Nick Brown gesprochen:

Nikwax zählt zu den wichtigsten Outdoor-Herstellern von Pflege- und Imprägniermitteln. Was macht euch so erfolgreich?
Mit unseren Produkten holt der Kunde das maximale aus seiner Ausrüstung heraus und bleibt unterwegs trocken. Außerdem verlängert sich die Lebensdauer des Equipments. Unser Ziel ist die Entwicklung leistungsfähiger Pflegemittel, die die Umwelt möglichst wenig belasten. So führen wir heute ein klimaneutrales, operatives Geschäft.

Ihr seid 40 Jahre auf dem Markt. Was hat sich bei euren Produkten seither getan?
Zuerst erfand ich Nikwax-Wachs, um Stiefel zu imprägnieren. Es folgten Mittel für Bekleidung. Heute bieten wir für unterschiedlichste Materialien und Ausrüstung perfekt darauf abgestimmte Spezialimprägnierer und Reiniger, etwa "Tent & Gear Solarproof" für Zelte, Rucksäcke oder Packtaschen. Es schützt vor Nässe und schädlichen UVStrahlen. "Basefresh" wiederum steigert den Feuchtigkeitstransport von Funktionswäsche.

Nikwax zählt zu den ersten Herstellern, die von Anfang an konsequent auf eine umweltfreundliche Produktion gesetzt haben. Was bedeuten Natur und Naturschutz für dich?
Ich liebe es, in der Natur zu sein. Deshalb möchte ich sie auch für kommende Generationen bewahren, damit diese sie ebenso genießen können. Ich unterstütze die EOCA (European Outdoor Conversation Association) in ihrem Ziel, 2017 zwei Millionen Bäume zu pflanzen. Doch auf der Outdoor-Messe waren nur 14 Prozent der Aussteller Mitglieder der EOCA. Wenn alle dieses Projekt unterstützen würden, so könnten wir unserer Natur wahrhaftig Gutes tun.

Was bringt die Nikwax-Zukunft?
Seit 40 Jahren sind wir innovativ und umweltbewusst. Das wird auch weiterhin so bleiben

Die besten Nikwax-Produkte seht ihr im Video: