Test: Reiserucksäcke

Große Rucksäcke für Zelttouren und Reisen

outdoor Rucksack-Test 2018
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Diese Rucksäcke verbinden hohen Tragekomfort mit reisetauglichen Features und schickem Look – top für Hüttenwanderungen, Zelttouren und Reisen ... Vergleichbare Produkte im Test

  • Nicht nur fürs Trekking: 13 große Rucksäcke mit 60 bis 80 Liter Volumen im Test 2018
  • Preislich liegt das Testfeld zwischen 170 und 300 Euro
  • Es wurden Rucksäcke der Marken Lowe Alpine, Osprey, Deuter, Jack Wolfskin, Eagle Creek, Bach, Tatonka und Pacsafe getestet
  • Der leichteste und günstigste Rucksack im Test ist der Osprey Fairview - ein Damenrucksack mit 1760g zum Preis von 170 Euro
  • Einen tagesaktuellen Preisvergleich mit vielen renommierten Outdoor-Shops finden Sie unten in diesem Artikel sowie in der Fotostrecke und beim einzelnen Produkt.
Tourenrucksack / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Bach Overland (Testsieger) 300 Euro überragend
Lowe Alpine Kulu 65/ND60 (Kauftipp) 200/200 Euro sehr gut
Eagle Creek Global Companion (Kauftipp) 250 Euro sehr gut
Deuter Quantum 70/60 SL 240/220 Euro sehr gut
Osprey Farpoint/Fairview 170/170 Euro sehr gut
Tatonka Escape 75/60 250/240 Euro sehr gut
Pacsafe Venturesafe EXP65 260 Euro sehr gut
Jack Wolfskin Freeman 65 270 Euro gut
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Viele Outdoorer nutzen den Rucksack nicht nur für Zelttouren und Hüttentouren, sondern auch zum Reisen. Hier haben klassische Trekkingrucksäcke einen entscheidenden Nachteil: »Schulter- und Hüftgurte können sich in Gepäckbändern verfangen und reißen ab oder der nicht ganz so robuste Bezugsstoff der Rückenpolster wird beschädigt«, sagt outdoor-Herausgeber und Vielflieger Olaf Beck.

Gute Reiserucksäcke sind dagegen in beiden Welten zu Hause – das zeigt der Test von 13 Rucksäcken für Damen und Herren. Sie kosten 170 bis 300 Euro, ihre Tragesysteme lassen sich mit einer Reißverschlussabdeckung schützen oder die extra robuste Regenhülle dient als Transportsack. Auch in Sachen Volumen liegt alles im grünen Bereich: Selbst die kleinsten Kandidaten bieten mit gut 60 Liter Inhalt genügend Stauraum für Mehrtagestouren und Kurztrips, während sich die größten Schluckspechte mit rund 80 Liter Fassungsvermögen für bis zu zweiwöchige Zelttouren oder ausgedehnte Fernreisen eignen.

Unterschiedliche Schwerpunkte setzen die Hersteller bei der Ausstattung des Packsacks: Neben Kandidaten im klassischen Trekkingstyle mit Haupt- und Bodenfach sowie höhenverstellbarem Deckel gibt es Rucksäcke, die durch ihr schlichtes Äußeres Reisetaschen ähneln und deren Vorderseite man über einen U-förmigen Zip ganz öffnet. Dadurch kann man sie auf Reisen einfach be- und entladen.

Noch konsequenter verfolgt Eagle Creek die Idee des Travelpacks. »Der Global Companion besteht aus zwei mit dünnem Schaum gepolsterten Halbschalen und wird wie ein Koffer aufgeklappt und gepackt – sehr praktisch auf Hütten und im Hotel«, erklärt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.

Pacsafe wiederum fertigt den Venturesafe Exp65 aus einem schnittfesten Material mit Stahlnetzeinlage. Und selbst beim Reißverschluss zählt das Thema Sicherheit, besitzt er doch zwei übereinanderliegende Zahnreihen statt üblicherweise einer. Dadurch lässt er sich mit spitzen Gegenständen nicht mehr aufdrücken. Außerdem können alle Schieber an einem Punkt verriegelt werden - eine Art "Anti-Diebstahl-Rucksack" sozusagen.

Deuter, Bach und Osprey mit abnehmbarer Zusatztasche

»Deuter, Bach und Osprey statten ihre Modelle mit einer abzipbaren Vortasche aus, die dank Schulterträgern und gepolstertem Rücken auch als Tagesrucksack und Handgepäck dient«, so Gnielka. Bei Deuter und Bach besteht zudem die Möglichkeit, die Daypacks an den Schulterträgern des großen Rucksacks einzuhaken. Trotz gewöhnungsbedürftigem Aussehen sollte man das ausprobieren, bietet dieses Feature doch einige Vorteile. So hat man Wertsachen stets im Blick. Auch kann man auf Treks mit schwerem Gepäck für eine ausgeglichenere Lastverteilung sorgen, indem die Trinkblase und Tagesverpflegung hineingepackt wird.

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Bach Overland setzt wieder einmal Maßstäbe

In puncto Gewicht haben die Kandidaten von Osprey und Lowe Alpine die Nase vorn: Sie bringen nur um die 1,8 beziehungsweise zwei Kilo auf die Waage. In Zeiten horrender Übergepäckpreise ein großes Plus. Allerdings fallen ihre Materialien nicht ganz so robust aus wie bei den Konkurrenten, die bis zu 1,4 Kilo mehr wiegen.

Vor allem der Bach Overland (gut 3,1 Kilo) setzt hier Maßstäbe: Er besteht aus dickem, äußerst langlebigem Cordura-Stoff. Die groben, abgedeckten Reiß- verschlüsse mit vernickelten Schiebern halten ebenfalls ewig und werden durch die Kompressionsriemen entlastet. Damit empfiehlt sich der Bach Overland auch für Weltreisende, die monatelang unterwegs sind. Überrascht war die outdoor-Crew vom Trageverhalten. Galten Reiserucksäcke früher als Kompromiss, überzeugten dieses Mal viele Reiserucksäcke im Praxistest.

Trotzdem gibt es Unterschiede: So punkten die Kandidaten von Deuter, Lowe Alpine, Tatonka und Bach mit der besten Lastübertragung im Feld: Alle vier sind mit Lasten über 20 Kilo komfortabel und eignen sich für längere Zelttouren. Auch der Pacsafe Venturesafe spielt in dieser Liga, bekommt für seinen harten Hüftgurt aber Abzug. Der Eagle Creek Global Companion schafft gute 18 Kilo – genug für Wochenendtreks oder Hüttenwanderungen. Schon bei 16 Kilo Beladung kommen die Tragesysteme von Jack Wolfskin und Osprey ans Limit. »Das reicht nur für Hüttentreks«, sagt Boris Gnielka.

Fazit unseres Reiserucksack-Tests 2018:

Möchte man seinen Rucksack beim Trekking und auf Reisen nutzen, bietet das Testfeld einige empfehlenswerte Produkte. Weil diese zum Teil sehr unterschiedliche Stärken besitzen, sollten Sie sich genau überlegen, was Sie brauchen. Die beste Overallperformance bietet der Testsieger von Bach (300 Euro), dicht gefolgt vom Tatonka Escape (ab 240 Euro). Wer den großen Rucksack vor allem auf Zelttouren einsetzen wird, greift zu den Kandidaten von Deuter (ab 240 Euro) und Lowe Alpine (200 Euro, aktueller Preisvergleich siehe oben). Der Eagle Creek Global Companion hingegen eignet sich vor allem für Hüttenwanderer und Reisende, während die federleichten Osprey-Reiserucksäcke ideal für Grammzähler sind.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie outdoor Rucksack-Test 2018
Lastkontrolle: Die Innenfixierung von Tatonka und Bach hält schwere Sachen nah am Rücken.

Der Reiserucksack-Test unter der Lupe:

1 - Trageverhalten: Alle 13 Testrucksäcke wur den auf Tour ausprobiert. Die Gewichtsangabe beschreibt, bis zu welcher Beladung sich ein Modell komfortabel trägt. Wichtig für den bestmöglichen Tragekomfort ist ein exaktes Anpassen des Rückensystems – was die Ausrüstungsredak teure auch während des Tests machten. Falls möglich gehört dazu das Biegen der Alustreben. Je genauer diese der Rücken form ähneln, desto besser fallen der Sitz des Rucksacks und die Lastübertragung aus. Beim Beladen achtete die outdoor Crew auf eine möglichst rücken nahe Platzierung von schweren Gegenständen (Brennstoff, Wasser, Riegeln, Schokolade, Müsli). Hilfreich dabei waren auch die für Reiserucksäcke typischen und für Bekleidung gedachten Innenfixierungen.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie outdoor Rucksack-Test 2018
Schutzschicht: Eine Reißverschlussabdeckung bewahrt das Tragesystem vor Transportschäden.

2- Ausstattung/Praxis: Außerdem nutzen die Tester die Zeit auf Tour und während ihrer Reisen für den Ausstattungs-Check. Nicht eine sehr umfangreiche Ausstattung sammelt die meisten Punkte, sondern möglichst praxisgerechte Features und eine gute Bedienung: Riemen, Züge und Zipper müssen geschmeidig laufen und lang genug sein. Auch das Be- und Entladen sollte leicht von der Hand gehen – und zwar sowohl auf Treks als auch in Hütten oder Hotels.

3 - Volumen/Gewicht: outdoor ermittelt das Volumen mit speziellen Ausliter säcken. Dadurch können die Werte von den Herstellerangaben abweichen. Und da größere Rucksäcke mehr Material benötigen, wird der Stauraum in Relation zum Gewicht bewertet.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie outdoor Rucksack-Test 2018
Diebstahlsicherung: Die Zips beim Modell von Pacsafe lassen sich am Packsack fest verriegeln.

4 - Material/Verarbeitung: Während des Tests zeigte sich, ob Riemen ausreißen, Schnallen brechen und die Stoffe dem Scheuern von rauem Fels gewachsen sind. Außerdem spielte die Verarbeitungsqualität eine Rolle. Stark belastete Reißverschlüsse sollten durch Riemen entlastet werden. Und je gröber ein Zipper, desto langlebiger ist er. Auch halten vernickelte Schieber länger als lackierte, weil die Farbe weniger abriebfest ausfällt.

Hier noch ein paar Tipps zum Thema Rucksack anpassen im Video: