Dreijahreszeiten-Schlafsäcke für Touren von Frühjahr bis Herbst

Schlafsack-Test 2018 - Synthetik- & Daunenschlafsäcke

Schlafsacktest 2018
Foto: Ralf Bücheler

Ein warmer, komfortabler Schlafsack schafft die Basis für eine erholsame Nachtruhe. 9 Dreijahreszeiten-Schlafsäcke mit Daunen- und Kunstfaserfüllung im Test 2018 - alle Test-Ergebnisse hier ... Vergleichbare Produkte im Test

Sich nach einem ereignisreichen Tag in den Schlafsack zu kuscheln, etwas Heißes zu trinken und das Erlebte Revue passieren lassen bis man schließlich wegdämmert, gehört zu den erhabensten Momenten auf Outdoor-Touren. Wer dagegen einmal die halbe Nacht fröstelnd in seinem Schlafsack lag und schon in der Dämmerung wie gerädert aufstand, um der Kältefalle zu entkommen, kennt auch die weniger schönen Seiten des draußen Übernachtens.

Die Investition in einen warmen, komfortablen Schlafsack lohnt sich also. »Bei der Auswahl sollte man allerdings beachten, dass man erschöpft viel schneller friert als gedacht«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Kältefeste Schläfer sollten ihren Schlafsack daher rund fünf Grad wärmer wählen als die tiefsten zu erwartenden Temperaturen, Frostbeulen brauchen sogar 10 bis 15 Grad Reserve beim Schlafsack.

Auf der sicheren Seite ist man für Zelttouren von Frühjahr bis Herbst mit einem sogenannten Dreijahreszeitenschlafsack, dessen unteres Komfortlimit zwischen fünf und minus fünf Grad liegt. Neun Schlafsäcke in diesem Temperaturbereich haben wir getestet - zum Preis von 180 bis 580 Euro. Drei davon (Mountain Equipment, Deuter und Marmot) werden auch in speziellen Damenversionen angeboten - auch diese haben wir zusammen mit den Herrenschlafsäcken getestet. Insgesamt traten also acht Daunen- und vier Kunstfaserschlafsäcke zum Test 2018 an. Den Test gibt es auch als PDF zum Download. Alle Testergebnisse weiter unten.

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Alle Test-Schlafsäcke im Überblick hier

Schlafsack / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Valandre Chill Out 650 (-5°C, Testsieger Daune) ca. 430 Euro Überragend
Carinthia G250 (0°C, Testsieger Synthetik) ca. 250 Euro Überragend
Montbell Down Hugger 800 (-2°C, Daune) ca. 530 Euro Überragend
Western Mountaineering Ultralite (2°C, Daune) ca. 450 Euro Überragend
Deuter Astro Pro 600 (-2°C, Kauftipp Daune) ca. 350 Euro Sehr gut
Mountain Equipment Helium 600 (1°C, Daune) ca. 330 Euro Sehr gut
Alvivo Ibex 500 (4°, Preis-Leistungs-Tipp) ca. 220 Euro Gut
Vaude Säntis Syn 800 (4°C, Synthetik) ca. 270 Euro Gut
Marmot Trestles Elite 20 (8°C, Synthetik) ca. 180 Euro Befriedigend

So testet outdoor Schlafsäcke

Foto: Boris Gnielka Schlafsack-Test 2018
Im Praxistest beurteilen die Tester auch die Bedienung der Zips und Züge.

Temperaturwerte: outdoor gibt zwei selbstermittelte untere Temperaturgrenzen an, bis zu denen sich die Schlafsäcke einsetzen lassen. Der obere Komfortwert gilt für verfrorene Schläfer, die tiefere Limitangabe für kälteresistentere Personen. Erreicht werden sie aber nur mit einer dem Temperaturbereich entsprechenden Isomatte, die Kapuze muss bis auf eine kleine Öffnung geschlossen sein. Die outdoor-Angaben weichen zum Teil stark von den Herstellerwerten (EN-Norm) ab, weil deren Bestimmung mit bewegungslosen Puppen erfolgt. Das kaschiert Konstruktionsschwächen.

Schlafkomfort: Wie bequem ein Schlafsack ist, wird in der Praxis beurteilt. Fühlen sich die Materialien und die Füllung angenehm kuschelig an? Sitzen die Kapuzen und Wärmekragen, ohne zu drücken? Außerdem spielt der Schlafsackschnitt eine wichtige Rolle: Manche mögen enge Modelle, weil weniger Luft aufgewärmt werden muss, andere brauchen Platz. Deshalb erstellt outdoor zu jedem Schlafsack eine Schnittskizze. Tipp: Die meisten Hersteller bieten ihre Modelle in unterschiedlichen Größen an. Wählen Sie diese so, dass Ihre Zehen die Füllung bei geschlossener Kapuze nicht zusammendrücken. Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich für die längere Variante.

Damenmodelle: Zum Teil gibt es auch spezielle Damenvarianten. Sie sind kürzer geschnitten und isolieren etwas besser als die Herrenmodelle. Im Schulterbereich meist etwas enger, bieten die an die weibliche Anatomie angepassten Schnitte im Hüftbereich dafür mehr Platz. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine Unisex-Version, wenn Sie sich darin wohlfühlen.

Praxis/Handhabung: Die Bedienung der Zipper und Züge prüft die outdoor-Crew im Praxis-Check. Außerdem zählt die Feuchtigkeitsempfindlichkeit zu diesem Kriterium. Hier haben Kunstfasern gegenüber Daune klare Vorteile. Erstere behalten einen Großteil ihrer Isolation, wenn man sie bei tagelangem Schmuddelwetter kaum lüften kann, während Daune spürbar an Bauschkraft verliert. Extra wasserfeste Außenstoffe geben Pluspunkte.

Qualität: Bewertet werden die Materialien, die Verarbeitung, die Nachhaltigkeit und die Langlebigkeit. Kunstfasern verlieren mit der Zeit ihre Isolation, gute Daune dagegen kaum. Stammt letztere von ausgewachsenen Gänsen oder Enten, hält sie am längsten. Je höher die Füllkraft, gemessen in cuin – Kubikinch pro Unze (28,35 g) –, desto besser die Wärmeleistung pro Gramm.

Daune oder Kunstfaser? - Welches ist die bessere Füllung?

Daunenschlafsäcke glänzen mit dem besseren Wärme-Gewichts-Verhältnis – gut, wenn auf Tour jedes Gramm zählt. Feuchtikeitsresistente Kunstfaserschlafsäcke punkten dagegen auf Treks bei nasskalter Witterung wie es im Herbst in Skandinavien häufig der Fall ist. Hier verlieren Daunenfüllungen mit der Zeit ihre Wärmeleistung, wenn man sie nicht regelmäßig trocknen kann. Dafür besitzen letztere eine bis zu vier mal so lange Lebensdauer wie Synthetikfasern – was den hohen Kaufpreis relativiert

Das Fazit unseres Schlafsack-Vergleichstests 2018

In fast jedem Testschlafsack aus unserem Test 2018 kann man nachts gut schlafen, je nach Einsatz, Kälteempfinden und Komfortansprüchen empfehlen sich aber verschiedene Kandidaten. Will man möglichst viel Wärme fürs Gewicht, gibt es drei Tipps: der super warme Valandré Chill Out 650 sowie der traumhaft komfortable Montbell Down Hugger 800 eignen sich auch für schnell frierende Personen, während der federleichte Western Mountaineering Ultralite für kältefeste Grammzähler perfekt ist.

Die Empfehlungen für Sparfüchse kommen von Alvivo (220 €) und Deuter (350 €). Der Deuter Astro Pro 600 bietet am meisten Wärme fürs Geld, ist nachhaltig produziert und mit Daune aus artgerechter Haltung gefüllt. Und für Touren bei Schmuddelwetter gibt es keine Alternative zum Carinthia G 250, der beste Synthetikschlafsack im Test 2018.

Weitere empfehlenswerte Schlafsäcke aus unseren Tests

Die besten Schlafsäcke aus vergangenen Tests findet ihr in unserer Schlafsack-Bestenliste

Foto: Steffen Scheyhing

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