Weitwandern in Deutschland - die schönsten deutschen Fernwanderwege

Deutschlands schönste Fernwanderwege

Wandern auf dem Rothaarsteig
Foto: www.rothaarsteig.de

Weitwandern boomt in Deutschland. Immer mehr Routen werden eingerichtet, vor allem in den Mittelgebirgen. Hier präsentieren wir euch einige der schönsten Fernwanderwege Deutschlands und geben hilfreiche Tipps für die nächste Mehrtagestour.

Auf Weitwanderungen lässt man den Alltag Schritt für Schritt hinter sich. Diese acht Mehrtagestouren zählen zu den schönsten Deutschlands - mit dabei so klangvolle Namen wie Malerweg, Goldsteig oder Maximiliansweg. Weiter unten im Artikel bieten wir euch noch ein paar spezielle Ausrüstungstipps fürs Weitwandern sowie Tipps zur Planung eurer Trekkingtour. Wir wünschen euch jetzt schon eine tolle Auszeit auf Deutschlands schönsten Weitwanderwegen!

Unsere persönliche Top-Liste der Weitwanderwege in Deutschland findet ihr hier - mit Links zu weiteren Bildern, Infos und GPS-Daten:

Rothaarsteig

Foto: www.rothaarsteig.de

Der 154 Kilometer lange Wanderweg Rothaarsteig führt von Brilon im Hochsauerland über den Kamm des Rothaargebirges bis hin zu den Ausläufern des Westerwaldes im hessischen Lahn-Dill-Bergland. Dabei passiert der Fernwanderweg die beiden höchsten Berge Nordrhein-Westfalens.

Auf acht Etappen bringt er Wanderer zu den wilden Bruchhauser Steinen, leitet sie durch das größte Heidegebiet Nordrhein-Westfalens – den Neuen Hagen – und führt sie zu den höchsten Gipfeln des Landes, dem Langenberg (843 m) und dem Kahlen Asten (841 m). Gute Aussichten sind einem auf dem mit 3000 Höhenmetern recht leichten Fernwanderweg sicher; auch Stille wird man finden: die Großstädte Dortmund, Koblenz und Kassel liegen jeweils gut 80 Kilometer entfernt.

Fakten: 154 Kilometer, 8 Etappen | Wanderinfos & GPS-Daten hier

Malerweg

Foto: Frank Exß / Tourismusverband Sächsische Schweiz e. V.

Auf 112 Kilometern wandert man auf dem Malerweg durch das gesamte Elbsandsteingebirge. Panorama Aussichten auf die Elbe und die umliegenden Tafelberge sind nur einige der Vorzüge des acht Etappen langen Wanderweges.

Rötlich schimmernde, bis zu 80 Meter hohe Tafelberge ragen dort aus dem Wald, wildromantische Schluchten warten auf Entdeckung, und immer wieder öffnen sich spektakuläre Blicke auf die Elbe. Hier zu wandern, ist ein Erlebnis. Wer es ganz auskosten will, sollte sich den gesamten Malerweg vornehmen, der einer schon zu Caspar David Friedrichs Zeiten beliebten Route folgt. Sie leitet in einer lang gezogenen Runde auf acht Etappen von Pirna aus durch das gesamte Elbsandsteingebirge – manchmal auf Leitern und schmalen Steigen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern.

Fakten: 112 Kilometer, 8 Etappen | Wanderinfos & Etappen hier


Maximiliansweg

Foto: Wolfgang Ehn

Etwas länger unterwegs ist, wer den 360 Kilometer langen Maximiliansweg in Bayern in Angriff nimmt. Quer durch die Ammergauer Alpen und die Bayrischen Voralpen führt der Wanderweg vom Bodensee bis nach Berchtesgarden. Der Tegernsee ist nur eins der Highlights an der Strecke.

Schon Ludwig II - der »Märchenkönig« - besaß Sinn für die Schönheit der Natur. Vielleicht hat er ihn von seinem Vater geerbt, Maximilian II. Der reiste anno 1858 fünf Wochen quer durch die bayerischen Berge, um sein Reich besser kennenzulernen. Reizvoller hätte er die Route kaum legen können: vom Bodensee durch die Ammergauer Alpen und die Bayerischen Voralpen, vorbei am Tegernsee und über die Chiemgauer Alpen nach Berchtesgaden. Heute folgt seiner Linie – jedenfalls ungefähr – der 360 Kilometer lange Maximiliansweg. Höchster Punkt ist die Hochplatte (2082 m) in den Ammergauern, doch wie so oft auf dem Maximiliansweg lässt sich der Gipfel auf einem leichteren Alternativweg umgehen.

Fakten: ca. 360 Kilometer, 23 Etappen | Wanderinfos & GPS-Daten hier

Eifelsteig

Foto: D. Ketz, Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Landschaftlich am abwechslungsreichsten ist der 313 Kilometer lange Eifelsteig. Vulkan- und Kalkeifel werden auf dem Weg von Aachen nach Trier ebenso passiert wie Deutschlands größter Stausee, die Rurtalspeere.

Dabei durchläuft er das landschaftlich wohl abwechslungsreichste unter den deutschen Mittelgebirgen. Über das Hochmoor des Hohen Venn und das einsame Tal der Eifel-Rur geht es größtenteils auf naturbelassenen Wegen nach Süden, vorbei an Deutschlands größtem Stausee, der Rurtalsperre. Der Weg führt weiter über kahle Höhenrücken und bewaldete Täler. Nach den wunderschönen Felsformationen der Kalkeifel streift der Steig noch die Maare der Vulkan­eifel und erreicht schließlich die alte Römerstadt Trier.

Fakten: 313 Kilometer, 15 Etappen | Wanderinfos hier

Rheinsteig

Foto: DZT/NN

Das weltberühmte Rheintal können Wanderer auf dem Rheinsteig entdecken. Auf dem 320 Kilometer langen Weg von Bonn nach Wiesbaden warten spektakuläre Aussichten und sagenumwobene Landschaften.

Am bekanntesten ist wohl die der Loreley, deren Felsen man am 8. Tag erreicht, wenn man von Nord nach Süd wandert. Immer auf der rechten Rheinseite schlängelt sich der Weg von Bonn nach Wiesbaden; abends geht es meist wieder an den Vater Rhein hinunter, wo malerische Fachwerkstädtchen mit Gastlichkeit locken – und der in der Gegend allgegenwärtige Wein auf Verkostung wartet. Wer nur einzelne Etappen wandern will, kommt bequem ohne Auto aus: Das Rheintal ist per Schiff und Bahn bestens erschlossen.

Fakten: 320 Kilometer, 15-17 Etappen | Wanderinfos hier

Goldsteig

Foto: Gerhard Eisenschink

Wer viel Zeit hat, wandert die komplette Strecke von Marktredwitz durch den gesamten Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald bis nach Passau. Schneller geht's auf der rund 240 Kilometer langen Südvariante durch das Itztal. Diese Südroute läuft über die reizvollen Höhenzüge des Vorderen Bayerischen Waldes, überschreitet den Brotjackelriegel und leitet dann durch das Ilztal nach Passau.

Die Nordroute führt durch den Nationalpark Bayerischer Wald, entlang der böhmi­schen Grenze, und reiht Tausender an Tausender: Hohenbogen, Kaitersberg, Arber, Falkenstein, Rachel, Lusen und Dreisessel werden en passant mitgenommen. Zum Schluss geht es ebenfalls nach Passau. Wer noch weiter will, kann die Tour ab Passau auf dem 2009 eröffneten Donausteig hoch über dem Fluss bis Linz fortsetzen.

Fakten: 286 km (Nordvariante), 243 km (Südvariante), 660 km (Gesamtstrecke) | Die Panoramaetappen mit GPS-Daten hier

Himmelsstürmer-Route

Foto: Marc Oeder

Das Streckennetz der Wandertrilogie Allgäu erschließt die Region in drei Höhenlagen. Beim anspruchsvollsten der drei Hauptwege ist der Name Programm: Auf den 24 Etappen der Himmelsstürmer-Route steigen Weitwanderer ins majestätische Obergeschoss der Bergwelt empor. Von Halblech geht’s an den ersten vier Tagen am Schloss Neuschwanstein vorbei und über den Zirmgrat nach Pfronten. Von dort dreht der Weg eine ausgedehnte Runde zu prominenten Gipfelzielen wie Grünten (1738 m), Hochgrat (1834 m) und Nebelhorn (2224 m).

Fakten: 342 km, 17.300 Hm | Wanderinfos & GPS-Daten hier

Donau-Zollernalb-Weg

Foto: Kerstin Rotard

Tief hat die Donau sich in die Schwäbische Alb gegraben und von Felsen gerahmte Täler geschaffen. Der Donau-Zollernalbweg folgt ihrem Lauf ab der Klosterstadt Beuron, biegt nach Norden ins liebliche Laucherttal, um sich dann bis auf den Lemberg zu schrauben, mit 1015 Metern der höchste Punkt der Schwäbischen Alb. Höhlen, Burgen und Schlösser liegen auf dem 160 Kilometer langen Weg, für dessen Schluss man sich etwas Puste aufheben muss: 1600 der 4000 Höhenmeter warten auf den letzten drei Tagen.

Fakten: 160 km, ca. 4.000 Hm | Wanderinfos & GPS-Daten hier

Weitere deutsche Fernwanderwege im Überblick:

Die schönsten deutschen Weitwanderwege

Nützliche Tipps für Weitwanderer

  • Wer vorher gut plant, hat später nicht das Nachsehen. Topografische Karten, Reiseführer, Internet und Google Earth machen nicht nur Lust auf die Tour, sondern helfen auch unterwegs, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
  • Wer krank und angeschlagen startet, wird noch kränker zurückkommen. Eventuell muss er die Wanderung sogar frühzeitig abbrechen
  • Wer regelmäßige Pausen einlegt, geht ermüdungsfreier und hat mehr von der Landschaft. Essen und Trinken erhalten die Leistungsfähigkeit und Konzentration.
  • Die Route sollte an das Können des schwächsten Wanderers angepasst werden und nicht umgekehrt. Trittsicherheit ist immer von Vorteil, auch auf Strecken, wo sie nicht gesondert angegeben ist. Ein zu schnelles Tempo und Müdigkeit beeinträchtigen die Sicherheit.
  • Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität, ermöglichen gegenseitige Hilfe und machen einfach mehr Spaß.
  • Die Ausrüstung sollte gut auf die Tour abgestimmt sein. Immer in den Rucksack gehören Regen-, Kälte- und Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Set, Karte und Handy (Tel. 112).

Die passende Wanderausrüstung - Infos & Preisvergleich


Günstiges Equipment für Mittelgebirgswanderung